Glossar: Kalkulation und kaufmännische Steuerung
Die wichtigsten Begriffe aus Kalkulation und kaufmännischer Steuerung, verständlich erklärt und mit Beispielen aus dem Bau- und Ausbaugewerbe.
Was ist der Kalkulationsstundensatz?
Der Kalkulationsstundensatz ist der Betrag, den ein Handwerksbetrieb je verkaufter produktiver Stunde berechnen muss, damit alle Kosten gedeckt sind und der betriebsnotwendige Mindestgewinn erwirtschaftet wird.
Er ergibt sich aus den gesamten Personal- und Gemeinkosten einschließlich Abschreibungen, dem Saldo aus neutralen Aufwendungen und Erträgen sowie dem betriebsnotwendigen Mindestgewinn, geteilt durch die Zahl der produktiven Stunden. Auftragsbezogenes Material wird gesondert kalkuliert.
Beispiel: Bei 560.000 € Kosten einschließlich Mindestgewinn und 9.185 produktiven Stunden im Jahr liegt der Kalkulationsstundensatz bei rund 61 €. Sinkt die Zahl der produktiven Stunden, steigt der notwendige Satz.
Siehe auch: Produktivstunden, Betriebsnotwendiger Mindestgewinn, Abschreibung (AfA), Neutrale Aufwendungen und Erträge, Gemeinkosten, Preisuntergrenze
Was sind Produktivstunden?
Produktivstunden sind die Stunden, die einem Kunden tatsächlich in Rechnung gestellt werden können.
Von den bezahlten Stunden eines Mitarbeiters gehen zunächst die Ausfallzeiten ab: Urlaub, Krankheit, Feiertage und Weiterbildung. Von der verbleibenden Anwesenheitszeit gehen die unproduktiven Stunden ab, also alle Zeiten, die keinem Auftrag zugerechnet werden können. Was übrig bleibt, sind die Produktivstunden. Sie tragen die gesamten Kosten des Betriebs.
Viele Betriebe überschätzen diese Zahl. Wer mit zu vielen Produktivstunden rechnet, verteilt seine Kosten auf Stunden, die er nie verkauft, und kalkuliert dadurch einen zu niedrigen Stundensatz.
Siehe auch: Unproduktive Stunden, Kalkulationsstundensatz, Auslastung
Was sind unproduktive Stunden?
Unproduktive Stunden sind bezahlte Anwesenheitsstunden, die keinem Auftrag zugerechnet und deshalb keinem Kunden in Rechnung gestellt werden können.
Dazu gehören zum Beispiel Rüst- und Lagerzeiten, nicht berechnete Fahrzeiten, Werkstatt- und Fahrzeugpflege, Besprechungen, Wartezeiten auf Baustellen sowie Nacharbeiten und Gewährleistung. Diese Stunden kosten Lohn, bringen aber keinen Umsatz. Ihre Kosten müssen deshalb über den Kalkulationsstundensatz der produktiven Stunden mitgetragen werden.
Je höher der Anteil unproduktiver Stunden, desto höher muss der Kalkulationsstundensatz sein. Wer diese Zeiten erfasst und senkt, verbessert sein Ergebnis, ohne die Preise zu erhöhen.
Siehe auch: Produktivstunden, Gemeinkosten, Kalkulationsstundensatz